Fürchtet euch nicht

Lesung und Musik: Evangelisches Dekanat Vorderer Odenwald startet neues Jahresthema am Mittwoch, 19. September, mit Sven Petry und Andreas Lehmann in der Goldenen Krone in Groß-Umstadt
Sven Petry „Die Angst geht um in Deutschland. Angst vor Fremden, Angst vor Flüchtlingen, Angst vor dem Islam, Angst vor dem Terror, Angst vor der Globalisierung, Angst vor Kopftüchern und Schleiern, Angst vor sozialem Abstieg, Angst vor Veränderung. Wenn der in Medien und Öffentlichkeit vermittelte Eindruck nicht trügt, dann lebe ich dort, wo die Angst so ziemlich am größten ist: in Sachsen. ,Warum immer wieder Sachsen?‘ Das wird inzwischen regelmäßig gefragt, wenn es in Sachsen Übergriffe auf Ausländer gegeben hat.“

So schreibt Sven Petry in seinem Buch, dem er den Titel „Fürchtet euch nicht“ gegeben hat – die Ermutigung der Engel aus der Weihnachtsgeschichte. In diesen Tagen gewinnen seine Worte in Sachsen wieder traurige Bestätigung. Dr. Sven Petry ist evangelischer Pfarrer in Sachsen. Er stammt aus dem Ruhrgebiet und war bis 2015 mit der früheren AfD-Chefin Frauke Petry verheiratet. Gemeinsam haben sie vier Kinder. Plakat FuerchtetEuchNicht 19 09 2018

Das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald hat Sven Petry (Foto: privat) am Mittwoch, 19. September, 19 Uhr, in die Goldene Krone nach Groß-Umstadt eingeladen. Gemeinsam mit dem Saxophonisten Andreas Lehmann wird er den Abend gestalten. Die Veranstaltung ist Auftakt des Jahresthemas 2018/19 „Fürchtet euch nicht“. Der Eintritt ist frei.

Respektvoller Umgang versus Panikmache
Im Mai hat das Dekanat erstmals den Engagement-Preis „Farbe bekennen“ an Menschen verliehen, die sich für das Gemeinwesen und das Gemeinwohl in unseren Dörfern und Städten einsetzen. Der Preis soll deutlich machen, dass Geduld und Mut und ein freundlicher, respektvoller Umgang miteinander das Zusammenleben reicher machen als Hetze und Panikmache und Schlechtrednerei. In diesem Sinne will das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald in den nächsten Wochen und Monaten fortfahren mit Lesungen und Vorträgen, Diskussionen, Konzerten und Filmen unter dem Motto der Weihnachtsgeschichte „Fürchtet euch nicht.“

Die Liebe ist die Gegenspielerin der Angst
„Angst und Furcht sind zwar hilfreiche Reflexe in uns. Aber sie sind keine guten Ratgeber“, sagt Dekan Joachim Meyer. „Sie machen aufmerksam auf Bedrohungen. Aber sie lösen die Probleme nicht. Auf Angst und Furcht sollte die besonnene Analyse der Situation folgen und dann die hilfreiche und nachhaltige Tat. Aus Liebe zum Leben. Aus Liebe zu unserem Welthaus, in dem wir alle miteinander verbunden und voneinander abhängig leben. Und aus Liebe zu den Menschen, mit denen wir zusammenleben. Mit denen wir umgehen, so wie wir auch mit uns selbst umgegangen haben wollen. Und die Liebe treibt letztlich die Furcht aus.“

„Fürchtet euch nicht“ – die Hirten machten sich damals auf den Weg. Wie viele „Realisten“ werden ihnen unterwegs begegnet sein und abgeraten 180830 Logo FurchtetEuchNichthaben. Ihnen empfohlen haben, doch wieder umzukehren zu ihren Schafen – weil das ein Hirngespinst ist, das mit der Krippe und dem Retter der Welt. Aber sie ließen sich nicht abbringen und entmutigen. Sie erreichten ihr Ziel. Sie überzeugten sich. Und sie erzählten es weiter. Darum wissen wir heute davon.